Autofahrer hindern Rettungs-Hubschrauber an Landung
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Unfall auf A2 Autofahrer hindern Rettungs-Hubschrauber an Landung

Fehlende Rettungsgassen nach Unfällen sind für die Einsatzkräfte mittlerweile an der Tagesordnung. Die Umstände eines Einsatzes auf der A2 bei Braunschweig dürften aber auch so manchem erfahrenen Retter die Sprache verschlagen haben: Autofahrer hinderten einen Rettungshubschrauber an der Landung.

Der Rettungshubschrauber "Christoph 30".

Quelle: dpa

Braunschweig. Bei einem Lkw-Unfall auf der A2 nahe Braunschweig war am Mittwochnachmittag ein Mann lebensgefährlich verletzt worden. Wie bei schweren Autobahnunfällen üblich, stieg ein Rettungshubschrauber auf, um einen Notarzt schnell zum Unfallort zu bringen. "Christoph 30"  konnte allerdings zunächst nicht landen, weil Autofahrer dies verhinderten. Anstatt zu warten, drängelten sie sich noch schnell an der Unfallstelle vorbei, während der Rettungshubschrauber im Schwebeflug über der Autobahn warten musste. Erst mit Verzögerung konnte "Christoph 30" schließlich landen. 

"So etwas haben wir hier noch nicht erlebt", sagt Polizeisprecher Manfred Karges am Tag danach. Fehlende Rettungsgassen seien der Polizei hinlänglich bekannt. "Das hier aber ist bislang einmalig." Normalerweise übernimmt die Polizei die Absperrung der Unfallstelle, wenn ein Hubschrauber landet. "Unsere Kollegen sind aber nicht so schnell durch den Stau gekommen", erklärt Karges. Für ihn ist das Verhalten der Autofahrer völlig unverständlich. "Bei so einem schweren Unfall geht es um die schnelle Erstversorgung der Verletzten, da zählt jede Minute." 

Sie können bis zu 200 Euro Strafe und einen Monat Fahrverbot kosten: Diese Dinge sollten Sie im Stau auf jeden Fall vermeiden. 

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Karges sieht ein generelles Problem: Viele Autofahrer wüssten nicht, wie sie sich bei einem Unfall verhalten sollen. Damit allein lasse sich der Vorfall auf der A2 aber nicht erklären. "Das war eine Mischung aus Unwissenheit und purem Egoismus." Mit Konsequenzen müssen die Autofahrer in diesem Fall nicht rechnen, da die Polizei keine Nummernschilder notiert hatte. "Dafür war in dem Moment keine Zeit", erklärt Karges. 

Trotz der Verzögerungen beim Landeanflug konnte der Lkw-Fahrer schließlich versorgt und aus dem Führerhaus befreit werden. Ein Rettungswagen brachte ihn schwerst verletzt in eine Klinik. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war der Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls offenbar betrunken. Im Führerhaus fanden die Beamten leere Bierdosen und Schnapsflaschen. Das Ergebnis der Blutprobe steht noch aus. 

Bei dem Unfall entstand ein Schaden von rund 200.000 Euro. Die A2 war Richtung Hannover stundenlang gesperrt.

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